Samstag, 9. Oktober 2010

LEBENDE ZAPFSÄULE IN DEN BERGEN

Mittwoch, 6.10.2010: San Agustin nach Mulegè/Baja California, MEXIKO
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Letzte Nacht habe ich sehr spät im Hotel eingecheckt. Die Besitzer haben bereits geschlafen und ich musste sie aufwecken um noch ein Zimmer zu bekommen. Beim Preis haben wir auch noch etwas herumgefeilscht, bis er schlussendlich nachgegeben hat.

Nach dem Duschen habe ich die Pläne am Bett ausgebreitet um ein paar Detailrouten durchzugehen.

PLÖTZLICH - Licht aus!! Na servas, nach 10:00 Uhr haben ALLE gefälligst zu schlafen!

Heute früh sehe ich erst, wo ich gelandet bin. Im mexikanischen Lesben- und Schwulenhaus - zumindest wenn man sich den Farbanstrich ansieht...


Auch die Zimmer sind in diesem zärtlichen ROSA gehalten. Mein Nichte Jenna hätte sicher ihr Freude daran - mir hat es ein bisserl die Augen rausgehauen.


Ein Blick zur Seite - das Motorrad ist noch da!! Halleluja.


Als ich aufbreche sehe ich, das gleich nebenan eine Polizeistation ist. In der finsteren Nacht habe ich diese nicht gesehen. Ich war also in guten Händen.


Kaum bin ich losgefahren, stehen auch schon 2 Benzinverkäufer an der Strasse. Ich schaue auf den Tank, ich habe noch für etwa 80 Kilometer Benzin im Tank.

Ich frage ihn, wo die nächste Tanksteklle ist - 240 Kilometer entfernt. Das kann man gkauben, oder auch nicht. Ich entscheide mich trotzdem für das Bezin aus den Kanistern.


Ganz wohl ist mir bei der Sache jedoch nicht. Ich bekomme jetzt sicher Benzin in der schlechtesten Oktanqualität (88 Oktan) und weiß nicht, wie sehr das Benzin mit Wasser gestreckt bzw. sonst irgendwie verunreinigt ist.

Die lebende Zapfsäule JOSE, seine Frau MARIA und Sohn JONATHAN stellen sich für ein Abschiedsfoto auf und grinsen mir in die Kamera.


Wenn mir der Motor eingeht, komme ich zurück und würge euch, denke ich mir im
Stillen und brause davon.

Wahrscheinlich kommt nach 10 Kilometern die nächste Tankstelle.


Nach 80 Kilometern halte ich einmal an - weit und breit ist nichts von einer Tankstelle zu sehen!!!

Hier ungefähr wäre mir das Benzin ausgegangen und ich hätte blöd aus der Wäsche geschaut. Die nächste Tankstelle sollte tatsächlich erst nach über 240 Kilometern kommen.


In dieser Gegend wachsen die untrschiedlichsten Kakteen. Schmale dürre, die steil nach oben gehen und grosse dicke mit vielen Seitenarmen, sowie jede Menge kleinerer Sorten.



Dieser hier dürfte so an die 6 bis 7 Meter groß sein.


Ich fresse eine geile Kurve nach der anderen durch die spannende Bergwelt um dann wieder endlos lange Ebenen zu durchqueren.


Hier wohnt eine mexikanische Familie auf knapp 20 m2 Fläche. Rechts im Hintergrund der ganze Luxus der Familie. Ein ROSA Toiletterl für die Mädis und das grüne für die Männerwelt.

Rosa scheint hier überhaupt eine beliebte Farbe zu sein, oder der ortsansässige Krämer hat zu viel von der Farbe eingekauft und musste diese los werden.



Ich befinde mich am Highway 1, der Hauptstrasse der Halbinsel Baja Kalifornia, die von Tijuana nach La Paz führt und über 1.500 Kilometer lang ist.


Ich halte an, um mir die Kakteen genauer anzusehen.









Zwischendurch knallt wieder ein TRUCK mit über 130 km/h durch die Baja.


Dieses Zeichen sehe ich auch öfters. Es weist auf überflutete Strassen hin. Wenn es hier zu regnen beginnt stehen die Strassen binnen kürzester Zeit unter Wasser, weil enorme Mengen aus den Bergen ins Tal fliessen.

Inzwischen wird schon versucht die wichtigsten Strassen mir Brücken sicherer zu machen.


Eine der vielen Tankstellen unterwegs, die KEINE mehr sind.


Mein mexikanisches Mittagessen besteht aus Salat, Bohnenbrei und Tortillas mit Fleisch.



Und dann wird es komplett flach.


Vor einer Militärkaserne in GUERRERO NEGRO steht dieses Walskelett. Ich halte an um ein Foto zu schiessen - schon kommt jemand aufgeregt auf mich zugerannt. Fotos sind streng verboten.

OK, fahr ich halt weiter, das Foto ist ja schon im Kasten.


In dieser Stadt hole ich mir auch meine ersten Pesos. 6.000,- Pesos entsprechen in etwa 500 US$ bzw.350,- Euro.

Bankomatkarte gezückt, Code eingegeben und schwups ist das Geld auch schon da.


Ich schau mir die mexikanische Bank genauer an und muss feststellen, das man hier die Kundschaft NICHT einfach stehen lässt.

Im Hintergrund sind sogar 2 Krankenschwestern, die sich um Kunden kümmern, deren Sparbuchzinsen gesenkt wurden...


Ganz in der Nähe ist die San Ignazio Laguna, ein ganz besonderer Ort. Hier tauchen Wale regemässig an der Wasseroberfläche auf und lassen sich sogar streicheln. Dieses Phänomen verblüfft seit über 20 Jahren die Wissenschaftler.

Einer der beeindruckendsten Schwärme sind die Grauwale, die aus den über 8.000 Kilometer entferten kalten Gewässern Alaskas ins Wärmere schwimmen um dort ihre Jungen aufzuziehen.

Manchmal sieht man Schärme von bis zu 400 Tieren in der Lagune.


Da die Waler erst im Jänner hier auftauchen, düse ich weiter.

Plötzlich ein Viehherde auf der Strasse. Das erinnert mich an die Krim vor ein paar Jahren, als mir plötzlich eine Kuh vors Motorrad gesprungen ist. Damals konnte ich mich gerade noch einbremsen.


Und schon wieder ein Militärkontrollpunkt, den man nicht fotografieren soll.



Hier gibt es einen Shop, in dem ich mir was zu trinken kaufe. Und dann geht es ans EINGEMACHTE: MEXIKO gegen ÖSTERREICH im Tischfussball.


Es wird mit allen Mitteln hart gekämpft, buis der Schweiss in Strömen fliesst - am Ende siegt jedoch Österreich knapp mit 10 zu 8.

Und dann geht es auch schon runter zum Meer.


Ich bin in Santa Rosita, am Golf von Kalifornien angelangt.


Und wie es sich für eine ordentliche Stadt gehört, wird hier gleich neben der Strasse der Müll verbrannt. Es stinkt fürchterlich und schaut auch entsprechend aus.


Meine ersten GEIER auf meiner REISE - da muss was passiert sein. Ein Hund wurde niedergefahren und die Geier streiten sich um den Kadaver.



Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang fahre ich in die Stadt MULEGE ein.


Ich checke in einem Hotel ein. Gleich nebenan ist ein Restaurant, in dem ich KERSTIN und FRANK treffe. Sie sind aus Stuttgart und haben eine Rundreise gebucht.

Sie sind seit 6 Jahren zusammen. Sie würde am liebsten wieder auf eine längere Reise nach Südamerika aufbrechen, wo sie schon einmal war. FRANK ziert sich noch ein bisserl, da ihm das zu lang ist.


Uns sollte, unanbhängig voneinander, in den nächsten Tagen das selbe SCHICKSAL BLÜHEN - doch davon mehr im übernächsten Blog.

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